Ablauf einer Orientierungsfahrt

Was ist eine Orientierungsfahrt?

... eine motorsportliche Veranstaltung, die unheimlich viel SPASS macht.

Bei einer Orientierungsfahrt kommt es darauf an, dass ihr mittels der Aufgabenstellung den richtigen Weg findet und dadurch möglichst alle Kontrollen in der richtigen Reihenfolge erreicht. Neben der Fahrerei, die immer den Verkehrsvorschriften entsprechen muss, spielt die mentale Fitness des Beifahrers / der Beifahrerin also eine große Rolle, da ihr erst durch die Berücksichtigung aller Auflagen der Durchführungsbestimmungen vorne dabei seid. Ihr fahrt dabei als Anfänger nicht gegen die "Profis", sondern in gesonderten Klassen, wobei ihr euch für die Klasse A oder die Schnupperklasse entscheiden solltet. Hier könnt ihr euch einen 'alten Hasen' schnappen und eure erste Ori antreten oder ihr fahrt mit 'Kind und Kegel'.  In eurer Klasse ist dann die Aufgabenstellung so konzipiert, dass sie euch keine großen Schwierigkeiten bereiten wird.

Ganz kurz und knapp gefasst läuft im Bereich Weser-Ems eine Orientierungsfahrt nach folgendem Schema ab:

  1. Ausschreibung besorgen

  2. Nennung

  3. Anreise

  4. Papierabnahme

  5. Durchführungsbestimmungen studieren

  6. Aushang beachten

  7. Technische Abnahme

  8. Start - Ausgabe der Fahrtunterlagen

  9. 3 Stunden Fahrtzeit, 1 Stunde Karenzzeit

  10. Zielankunft

  11. Nachvollziehen der eigenen Fahrtstrecke anhand 
    der aushängenden Idealbordkarte und der Idealstrecke

  12. Siegerehrung

  13. Rückreise

  1. Die Ausschreibungen der meisten Oris kann man mittlerweile im Internet anfordern. Dort ist zumindest eine Telefonliste zu finden. Hilfreich dazu sind die Seiten der Orientierungsmeisterschaften (Nord OM und West OM). Seid ihr erst mal bei einer Ori dabei, bekommt ihr dort auch die Ausschreibungen für die nächsten Veranstaltungen.

  2. Die Nennung zur Fahrt kann direkt im Startlokal am Veranstaltungstag abgegeben werden. Eine Vornennung empfiehlt sich, da ihr euch dadurch eine frühe Startnummer sichert. Mit unterschriebener Nennung wird folgendes anerkannt: die Ausschreibung, die Durchführungsbestimmungen, der Haftungsausschluss (Nachzulesen auf jedem Nennungsformular). In der Regel fahrt ihr in der Klasse A (Anfänger) oder S (Schnupperklasse). Manche Veranstalter richten auch Sonderklassen ein, wie z. B. eine "Pizza-Dienst-Klasse" oder eine "Feuerwehrklasse".

  3. Die Anreise sollte so geplant werden, dass ihr wenigstens eine Stunde vor dem Start anwesend seid, um genügend Zeit für Punkt 4 bis 7 zu haben.

  4. Bei der Papierabnahme werden euch keineswegs die Papiere abgenommen. Es wird kontrolliert, ob der Fahrer im Besitz eines Führerscheines und das Fahrzeug zugelassen ist. Bei Fremdfahrzeugen wird Wert darauf gelegt, dass der Fahrzeughalter eine Verzichtserklärung auf dem Nennungsformular unterschrieben hat.
    Ihr erhaltet hier ferner eine oder zwei Bordkarten, die Durchführungsbestimmungen und das Kartenmaterial.

  5. Die Durchführungsbestimmungen leiten euch durch den weiteren Ablauf. Grundlage jeder Durchführungsbestimmung im Bereich Weser-Ems ist die ADAC Grundausschreibung (pdf-file / 1,2 MB). Die besonderen für die Veranstaltung geltenden Bestimmungen sollten in den Durchführungsbestimmungen auftauchen. Diese müsst ihr euch merken, um die Aufgaben, die es am Start gibt, richtig lösen zu können.

  6. Der Aushang des Veranstalters kann weitere Erläuterungen beinhalten. Auch können hier noch etwaige Änderungen bekannt gegeben werden. Ein Blick lohnt sich also. Sollten im ausgegebenen Kartenmaterial noch nicht Start und Ziel oder auch eine mögliche DK eingetragen sein, müsst ihr euch diese von der aushängenden Karte abzeichnen.

  7. Um die Technische Abnahme des PKW überstehen zu können, müssen die Beleuchtungseinrichtungen funktionieren. Das Fahrzeug muss augenscheinlich in ordnungsgemäßem Zustand sein. Bei der technischen Abnahme wird meist auch eine Sonderaufgabe absolviert. Z. B. möglichst dicht an ein Gatter vorwärts oder rückwärts fahren, einen Meter vorfahren etc. Diese Sonderaufgabe wird nur bei Punktgleichheit gewertet. Solltet ihr also nach der Fahrt gar keine oder genauso viele Fehlerpunkte wie ein Konkurrenzteam haben, entscheidet die Sonderaufgabe über die Pokalvergabe.

  8. Gestartet wird minutenweise in der Reihenfolge der Startnummern. Erst Startnummer eins, eine Minute später Startnummer zwei usw. Am Start erhaltet ihr die Fahrtunterlagen - auch Aufgabenstellung genannt. Dazu mehr im Kapitel "Aufgaben".

  9. Sollte nichts anderes vom Veranstalter angegeben sein, habt ihr nun für 75 km drei Stunden Zeit. Die sich an die Fahrtzeit anschließende Karenzzeit, in der Regel eine Stunde, wird bei gleicher Strafpunktzahl mit einem Konkurrenzteam zur Vergabe der Platzierung herangezogen. Man sollte die Karenzzeit also nur in Ausnahmefällen benutzen.

  10. Das Ziel muss auf jeden Fall innerhalb der Fahrtzeit plus Karenzzeit angefahren werden. Andernfalls werdet ihr von der Wertung ausgeschlossen. Habt ihr also Zeitnot und müsst z. B. drei Minuten vor Ablauf der Karenzzeit noch vier Aufgaben lösen, fahrt das Ziel direkt an (siehe Kartenmaterial). So habt ihr zwar nicht alle Kontrollen auf eurer Bordkarte, doch seid ihr wenigstens in Wertung.

  11. Das Nachvollziehen der eigenen Fahrtstrecke anhand der aushängenden Idealbordkarte und der Idealstrecke kann beim ersten Mal schwierig sein. Hier sind aber die meisten Ori-Fahrer gerne bereit, euch zu helfen. Wichtig ist, dass nachvollzogen wird was man evtl. verkehrt gemacht hat, um diesen Fehler für die  nächste Ori auszuschalten.

  12. Die Siegerehrung wird sicherlich mit Spannung erwartet. In der Anfängerklasse werden im Bereich Weser-Ems in der Regel 50% der gestarteten Teams mit Pokalen belohnt.

  13. Je nach Startzeit und Veranstalter ist die Siegerehrung gegen 22:00 Uhr beendet (ca. 5-6 Stunden nach dem Start des ersten Fahrzeuges) und es kann die Rückreise angetreten werden.

 
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