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2000 + 11 Tücken
der ARGE Ostsee-Rallye im RKB

Teilnehmerbericht vom Michael Zeuner

Fehlende Zeit ist heute ein großes Thema und wohl auch der Grund, warum es nicht immer Berichte über alle Oris im Netz zu finden gibt. Bei der VG ARGE Ostsee-Rallye am 09.04.2011 gab es diesmal eine neue Fahrtleiterin und ich denke, sie hat es verdient, mit einem Bericht erwähnt zu werden.
Marina Marks hat sich dieses Jahr in die großen Fußstapfen des langjährigen Fahrtleiters Peter Kietzmann getraut. Soviel vorweg: Sie hat es gut gemacht!
Die Veranstaltung nördlich von Berlin zählte in diesem Jahr erstmals zur Nord OM. Aber auch das Prädikat des NAVCs hat uns nach Zehdenick-Burgwall gelockt. Leider war die Teilnehmeranzahl nicht so hoch wie vielleicht erhofft. Für viele Nord OMler war die Anfahrt wohl doch zu weit. Schade für beide Seiten.
Peter Kietzmann hat bei seinen Veranstaltungen immer Tücken in der Anzahl des jeweiligen Jahres versprochen. Keiner hat bisher nachgezählt, gefühlt waren es wohl so viele, aber tatsächlich doch wohl knapp weniger. Marina hat dieses Jahr nicht den Fehler gemacht, diese Tückenvielzahl erreichen zu wollen. Etwas weniger hat sie eingebaut und das war bei ihrer Premierenveranstaltung sicherlich der richtige Weg.
Die ausgegebenen Fahrtunterlagen erinnerten in ihrem Layout sehr an die bisherigen Fahrten der VG Ostsee-Rallye. Das galt leider auch für die zu fahrenden Wege. Wer schon mal hier war, weiß, was ich meine. Aber es gibt auch wenig Alternativen und war auch schon schlimmer.
Marina hat eine vergleichsweise flüssige Fahrt ausgearbeitet. Die 4 Stunden haben für fast alle ausgereicht. Wir mussten sogar mit einigen anderen Teams vor der letzten Aufgabe noch abwarten, dass der Veranstalter seine letzten Kontrollen aufbaute. Die Fahrt war aber sehr wohl mit einigen Tricks gespickt, und es wurden auch genug Fehler gemacht, um eine Wertung zu erstellen. Mehrere Aufgaben haben mir mit ihrem ausgewogenen Schwierigkeitsgrad gut gefallen. Im Ziellokal gab es meines Wissens auch keine Diskussionen über die richtige Lösung irgendwelcher Aufgabenstellungen. Als Schiedsrichter musste ich zumindest keine Entscheidungen treffen.
Leider ging es aber nicht ganz ohne Diskussionen im Ziellokal zu. Wir haben beispielsweise auf der ersten Etappe einen Fehler gemacht, der zunächst mit 30 Punkten bestraft wurde. Ein viertes Schild in dieser Aufgabe wurde wohl nicht bestraft, da es einen zusätzlichen Trick darstellte. Wenn man also den grundsätzlichen Fehler machte, diesen Trick aber wiederum sah, bekam man eigentlich sogar 4 Fehlkontrollen.
An einer anderen Stelle gab es für einen Fehler 20 Strafpunkte. Hier wollten Teilnehmer für den einen Fehler nur mit 10 bestraft werden. Darauf ließ sich der Veranstalter zunächst ein. Jetzt kamen natürlich mehrere andere Teilnehmer mit Fehlern, die mit mehr als 10 Punkten bestraft wurden und baten um Korrektur. Der Ergebnisaushang wurde mehrere Male geändert. Dabei wanderten wir beispielsweise vom 3. auf den 2. Platz, dann zum Gesamtsieg und am Ende wieder auf den 3. Platz. Denn am Ende machte der Veranstalter das einzig Richtige: Er wertete streng nach Bordkarte aus. Für den oben genannten Fehler auf der ersten Bordkarte bekamen wir also 40 Strafpunkte und weitere 30 für den anderen Fehler im zweiten Abschnitt.
Auch in der West OM gibt es immer wieder Bestrebungen, jeden Fehler mit nur 10 Punkten zu bestrafen. Das ist ja grundsätzlich ein guter Gedanke. Aber dann muss der Veranstalter sich beim Aufstellen der Kontrollen entsprechende Gedanken machen. Immer kann man aber die gewollte Gleichbehandlung nicht erreichen. Im Nachhinein Änderungen vorzunehmen halte ich aber für problematisch. Manch ein Teilnehmer meldet sich und bekommt Strafpunkte gestrichen. Viele, vielleicht weniger erfahrene, tun dies aber nicht. Dann ist es doch korrekter, die Strafpunkte so zu vergeben, wie sie sich aus dem Unterschied Idealbordkarte zur Teilnehmerbordkarte ergeben. Dabei wird man mal für einen Fehler stärker bestraft und murrt, aber vielleicht gleicht sich das ja im Laufe der Saison wieder aus.
Das Aufstellen der Kontrollen und die damit verbundenen unterschiedlich bewerteten Fehler sind also mein einziger Kritikpunkt an der Fahrt. Ansonsten war es aber eine sehr gute Ori, die uns viel Spaß bereitet hat. Marina und ihrem Team möchte ich für ihre erste Ori als Fahrtleiterin mein Kompliment aussprechen. Toll auch, dass sie bei der Siegerehrung trotz des oben erwähnten Ärgers sofort versprach, auch im nächsten Jahr wieder eine Veranstaltung zu machen. Die hat dann sicher noch mehr Starter verdient.
Eines mussten wir an diesem Wochenende auch noch lernen. Ca. 5 Kilometer vor unserem Übernachtungs- und Startlokal kamen wir bei der Anreise am Freitag auch in so einem Sandsturm und sahen kurzfristig gar nichts mehr. Wenn man daran denkt und an die Konsequenzen eines solchen Sturmes auf der A 19, merkt man erst, wie unwichtig die Bestrafung eines Orifehlers doch wirklich ist.

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