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Quer durchs Artland

"Die neue Dimension der 30%-Regel"

Teilnehmerbericht

Wer am Orisport interessiert ist, der kommt nicht um den AC Artland herum. Dieses Jahr hatte Michaels Fahrer Jörg Treuke die "Quer durchs Artland 2011" ausgearbeitet. Hatte er sich in den Vorjahren mit einzelnen Abschnitten oder Aufgaben begnügt, übernahm er dieses Jahr die Gesamtverantwortung. 

Wie schon Martin in seinem Bericht auf Orie.de geschrieben hat, wurde in der Fahrerbesprechung von einer 30%-Regel gesprochen. Weniger Streckenlänge, geringerer Schwierigkeitsgrad, weniger Aufgaben. Im Schulwesen muss darauf geachtet werden, dass bei einer Klassenarbeit nicht mehr als 30% der Ergebnisse unter dem Strich, heißt also schlechter als ausreichend, sind. Im Laufe der Jahre stellt man schon mal fest, dass sich die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Zielgruppe im Schnitt nicht unbedingt verbessert. Ähnliche Maßnahmen wie die oben beschriebenen können dazu führen, dass das Niveau der Überprüfung dem Niveau der Lerngruppe angepasst wird. Was will uns der Fahrtleiter damit sagen? Sind wir etwa alle schlechter geworden? Können wir einfach nicht mehr so konzentriert sein? Abgesehen von persönlichen Formtiefs glaube ich das nicht und so ist es sicherlich auch nicht gemeint. Vielmehr hat sich der Orisport in den letzten Jahren immer mehr zu einer Disziplin entwickelt, die unheimlich viel Erfahrung und Training voraussetzt. Diesem Trend entgegenzuwirken, sozusagen "downsizing" zu betreiben, sich also gesundzuschrumpfen, ist sicherlich der richtige Weg um einer möglichst breiten Masse an Teilnehmern Erfolge zu ermöglichen. Auch andere Veranstalter haben diesen Weg so eingeschlagen. Man bekommt zwar weniger fürs Geld, auch die Ergebnisse verschieben sich konditionsbedingt, doch ist bei guten Fahrten, wie bei der des AC Artland, der Spaßfaktor trotzdem oder gerade deswegen garantiert.

Zur Fahrt selber hat sich Martin schon ausführlich ausgelassen. Was gibt es noch zu verbessern? 

  • Die Qualität der Karten war gut: alles in Farbe, sauber erkennbar, manche Aufgaben waren etwas unscharf.

  • Bewertungsgerechtigkeit: fast überall sauber durchdacht, lediglich im Pfeilwurm gab es mal 30 Punkte.

  • Die Kreuzung in Ahe hätte, da nach Natur keine Kreuzung vorhanden war, auch - wie zwei andere Kreuzungen - als solche beschrieben werden können, dann hätte es bei der Lösung der Fischgräte keine Zweideutigkeit gegeben.

  • Straßenplan: fifty-fifty-Entscheidung bei der Ringstraße - jeder, der nicht schon in Berlin gefahren ist und vermutete, dass sich Jörg darauf bezieht, musste lange überlegen und mit nicht ganz überzeugenden Argumenten eine Entscheidung treffen. 

  • Ganz sicher kaum zu verbessern ist das fulminante Starterfeld mit 57 Teams. Die beste Belohnung für alle, die mit viel Engagement eine solche Ori auf die Beine stellen.

Mir hat die Fahrt trotz nicht optimalem Abschneiden nicht nur wegen der kurzen Anreise sehr gut gefallen. In jeder Aufgabe mussten reichlich Hürden überwunden werden. Die zwei Fischgräten konnten auch bei falscher Lösung plausibel "gelöst" werden. Keine Aufgabe war überfrachtet. In keinem Gebiet fuhr man unnötig häufig, Folgefehler konnten kaum gemacht werden. Oft waren es die einfachen Dinge, auf die man reinfiel.

Und wie sieht es nun mit der zielgruppenspezifischen Aufgabenstellung aus? Alle Bordkarten aller Klassen wurden von unterschiedlichen Teilnehmern wenigstens einmal fehlerfrei gelöst. Also war alles machbar und zu schaffen. Ob nun die 30%-Hürde geschafft wurde, mag doch jeder selbst auf der Ergebnisliste unter www.ac-artland.de überprüfen. 

Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Fahrt des AC Artland, auch wenn sie nicht quer durchs Artland, sondern durch den Südkreis Vechta führt.
TB

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