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"19. Elsetalrundfahrt" des AMC Hoyel 
am 24.10.09

Teilnehmerbericht 

Der Saisonabschluss im Norden lockte nur 25 Starter zum AMC Hoyel. Um es gleich vorweg zu sagen - die Fahrt hätte wesentlich mehr Teilnehmer verdient, denn der AMC Hoyel bietet Orifahrern das, was sie suchen: Eine echte Herausforderung! Fahrtleiter Carsten Kröger begrüßte das Teilnehmerfeld bei der Fahrerbesprechung. Der eine oder andere dort gegebene Hinweis sollte sich als wichtig erweisen. So wurde die Genehmigung nur für die Stadt Melle erteilt, das angrenzende Nordrhein-Westfalen durfte also nicht mit in die Lösung einbezogen werden. Neu war auch, dass Wege, die mit dem StVO-Schild 250 gekennzeichnet waren, trotzdem eingefahren werden durften, wenn dies zwingend vorgeschrieben ist. Eine Erlaubnis des Befahrens war auch in der Genehmigung vermerkt. Bei allen Veranstaltungen soll man sich an die StVO halten. Hier sollte man bewusst eine Verkehrswidrigkeit begehen, wenn es durch den Veranstalter vorgeschrieben war.


StVO 250

 Doch was ist zwingend? Ein Pfeil, ein Strich, der in den Weg führt und was noch? Lt. Aussage des Fahrtleiters sollte immer dann ein zwingender Grund vorliegen, wenn ein Aufgabenteil im Weg vorhanden ist, ganz egal an welcher Stelle und ganz egal ob es sich um einen Punkt, Strich oder sonst was handelt. 


StVO 253

In Aufgabe 3 kam es dann, wie es kommen musste. Ein durch StVO 250 gesperrter Weg sollte befahren werden, darin lagen drei Striche. Wer nun vorher genauer nachgefragt hatte, machte sich keine Gedanken. Wer nicht, butterte an dieser Stelle viel Zeit in die Lösung. In Aufgabe 13 führte dann ein Chinesenzeichen über eine Kreuzung, 20 m dahinter kam bewusstes Verkehrszeichen. Sollte nun das im Weg befindliche D genommen werden oder war der etwas kompliziertere Weg mit Wenden am Verkehrsschild gefragt? Letztendlich nahm der Fahrtleiter diese OK heraus. Er wollte zwar ursprünglich die OK haben, doch fiel ihm der Widerspruch zu Aufgabe 2 auf, in der ebenfalls vor einem Schild StVO 250 gewendet werden sollte. Nun lag in Aufgabe 2 kein Aufgabenteil im Weg, sodass sich nach oben beschriebener Logik eigentlich kein zwingender Grund für das Befahren ergab. Doch haben eben nicht alle dezidiert vor der Fahrt nachgefragt und damit die Logik nicht ganz nachvollziehen können. Mir persönlich widerstrebt ein Fahren gegen die StVO sowieso. Ich finde das nicht so toll. Ein schöner Sack über dem jeweiligen Schild tut auch seine Schuldigkeit, doch ging es Carsten wohl darum, auf diese Interpretationen die eine oder andere Wertung aufzubauen. Wenn man das so will, sollte man auch vorher die Logik womöglich an einem oder zwei Beispielen erläutern. 

Wie war die Fahrt sonst? Fahrerisch anspruchsvoll, gut zur Hälfte im Dunkeln (eine zusätzliche Herausforderung), mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:50.000 und teilweise noch verkleinerten 50.000er Ausschnitten im 14seitigen DIN A5-Bordbuch teilweise etwas lupenbedürftig, die Fahrt war abwechslungsreich und mit über 100 km bei 3,5 Std. Fahrtzeit auch ganz schön zügig. Die Straßen und Wege waren auch mit liebevoll gepflegten Oldtimern oder neueren Fahrzeugen gut fahrbar. Lediglich ein etwas zugewachsener Weg von ca. 300 m zerkratzte die rechte Fahrzeugseite nachhaltig wenn der Fahrer nicht das Risiko der Fahrt über den angrenzenden Acker eingehen wollte.

Was war zu beachten? Man sollte nicht gegenläufig fahren, nicht kreuzen. Nummerierungen standen am Anfang von Aufgabenteilen. Bei Chinese, Sprung und Fischgräte zählten nur die noch einzufahrenden durchgehenden Wege, Chinesen galten bis zum nächsten noch einzufahrenden Abzweig, gelöst werden sollte immer nach Übersichtskarte. 

Die Sonderaufgabe war eine Trockenübung mit gefühlt fast 30 Aufgabenteilen auf 50.000er Karte, die in 3 Minuten zu lösen war. Dabei kam ein virtueller Weg von geschätzt 20 km zustande. Die ebenfalls aufgedruckte Bordkarte war von der Nummerierung nicht durchgehend - auch hier sollte man aufpassen. Etwas weniger hätte es an dieser Stelle sicher auch getan.

In Aufgabe 1 legte Carsten eine Koordinatenlinie über einen Pfeil damit sich dadurch zwei Aufgabenteile ergeben sollten. Dies erkannte keiner, alle kassierten zwei Fehlkontrollen. In Aufgabe 4 war die Nummerierung von Punkt 1 sehr dicht am Punkt, sodass einige daraus einen Pfeil interpretiert haben und die Aufgabe anders lösten. Eine Lupe war hier dringend notwendig. Aufgabe 5 beinhaltete die erste Ausschnittsvergrößerung. Ein Aufgabenteil war sowohl im normalen Kartenausschnitt als auch in der Vergrößerung dargestellt. Sollte man das entsprechende Dreieck etwa zweimal umrunden? Nein, so war es nicht gemeint. Aufgabe 6 bestand aus einem Pfeilwurm ohne große Schwierigkeiten. Nr. 7 fand westlich von Riemsloh statt. Schön, dass für diese Ori-Ecke endlich mal mehr Zeit zur Verfügung stand, da sie sonst oft am Ende der Fahrt genutzt wurde und dementsprechend Hektik aufkam. Ungewöhnlich war die Darstellung im Bereich der DK. Im normalen Kartenausschnitt waren zwei Striche mit einer Unterbrechung von vielleicht einem halben Millimeter erkennbar. In der Vergrößerung war der kleine Strich wieder unterteilt. Beide Teile waren beschriftet. Einer mit E, also Ende, und einer mit DK. Wie sollte nun hier gelöst werden? Da der zweite Teil mit DK beschriftet war und eine Verbindungslinie zwischen dem roten Punkt und der Beschriftung bestand, entschieden wir, dass eine zusätzliche Runde nicht nötig sei. Wenigstens ein Team sah das anders und handelte sich dadurch 20 Strafpunkte ein. Schade, dass womöglich eine Meisterschaft durch so eine Interpretiererei entschieden werden kann. Diesmal war das zum Glück nicht der Fall, denn bei Neutralisierung aller "Interpretationspunkte" hätte am Ende die Karenzzeit über den Sieg in Hoyel und damit im Herzschlagfinale um die Niedersächsische Orientierungsmeisterschaft entschieden. Doch dazu unten mehr.
Aufgabe 8 bestand aus einer längeren Fischgräte, diesmal nicht gespiegelt, gedreht oder sonst was. Fair gemacht und eindeutig. Auf dem Weg zur Aufgabe 8 fuhren wir wieder durch Riemsloh. Der schon immer südlich von Piepenbrink befindliche Kartenfehler wurde sonst dadurch entschärft, dass eine entsprechende OK im dazugehörigen Dreieck stand. Diesmal stand die OK an der Hauptstraße und dann auch noch recht weit von der Straße. Wir stellten uns natürlich die Frage, warum Carsten die OK gerade so aufgestellt hat und kamen zu dem Schluss, die OK erstmal liegen lassen zu sollen. Wer noch etwas schlauer war, überprüfte den Rest der Aufgaben und stellte fest, dass in Aufgabe 13 das Dreieck so gefahren wurde, dass eine Lösung wie wir sie für Aufgabe 8 feststellten, nicht beabsichtigt sein konnte. Also wieder eine Interpretationssache. Aufgabe 9 bestand hauptsächlich aus 9 Sprüngen. Es sollten nur die noch einzufahrenden Wege berücksichtigt werden. Was ist denn mit denen, aus denen man gerade kommt? Zählen die dann auch? Und ist z.B. eine Kreuzung dann eigentlich ein Dreisprung, weil die durch Gegenrichtung ausfallenden Straßen nicht dargestellt werden? So kompliziert war es nun doch nicht gemeint. Nachdem wir das verstanden haben, waren die Sprünge nicht mehr so schwer. In Aufgabe 10 war ein nicht mehr vorhandener Weg mit Flatterband abtrassiert. Ein Durchfahrtverbotenschild ergänzte das Ensemble der Stangen und Bänder. Dies sollte laut Aushang keine Unpassierbarkeit darstellen. O.k., also von hier an neu aufbauen und auf kürzestem Weg den nächsten Aufgabenteil anfahren, dabei den Kartenfehler in Bennien nicht vergessen und schön über den Bauernhof fahren - das war`s. Ich finde, dass hier viel Aufwand für wenig Effekt betrieben wurde. Man musste die Logik des Veranstalters verstehen, wer es nicht verstand oder erst später nachvollziehen konnte, verlor viel Zeit. In Aufgabe 11 hat Carsten eine Anregung aus den Vorjahren gut umgesetzt, dass er bei Aufgaben mit vielen Fischgräten zwischendurch jeweils einen Anhaltspunkt zum Lösen gab. Der Weg über den brüngerschen Siloplatz war im Dunkeln gar nicht so leicht zu finden. In diesem Bereich fiel leider auch das vielen bekannte Team Lindenbaum/Lindenbaum aus, da sie beim Rückwärtsfahren Bekanntschaft mit dem Straßengraben machten. Kurz vor dem Ziel bei der Feuerwehr Riemsloh kam die schon fast unvermeidliche Wendekontrolle. Das Ziel war wieder durch vier OKs angekündigt (Z I E L), die aber diesmal weit auseinandergezogen aufgestellt wurden. Darauf fiel dann auch keiner mehr rein und das ist auch gut so, denn dieser Gag hat mit ambitioniertem Orisport nur wenig zu tun.

Fazit: Eine Fahrt, bei der man merkt, wie viel Zeit in der Vorbereitung steckt, eine anspruchsvolle Ori, die  - abgesehen von zwei drei interpretationsbedürftigen Punkten - viel Spaß gemacht hat und zu empfehlen ist. 

Gesamtsieger der Fahrt wurden Behning /Behning vor Böhmann/Schick und Tintrup/Walter. Treuke/Zeuner fuhren den Punkt bei der DK - was der Veranstalter nicht wollte - und landeten auf Platz 4. In der Klasse B siegten die Lokalmatadoren Sparensmeyer/Bietendüvel. Die Klasse A gewannen Bredenförder/Bredenförder. Damit gingen zwei Klassensiege an den AC Melle. In der YO siegten Aulbert/Vogel. Von den acht Siegern der einzelnen Klassen kamen 7 aus dem Landkreis bzw. der Stadt Osnabrück. So nutzt man einen Heimvorteil! Alle Ergebnisse sicher demnächst auf www.amc-hoyel.de .

Wie Michael im Bericht über die Ori des AC Bramsche schon erwähnt hat, war die NordOM schon zu Gunsten von Kurt und Thomas Behning entschieden. Jörg Treuke und Michael Zeuner zogen auf der Zielgraden noch an Wilfried Böhmann / Werner Schick vorbei und sichern sich den Titel des Norddeutschen Vizemeisters 2009. Niedersächsische Orientierungsmeister wurden - denkbar knapp - Behning/Behning. Im Orisport-Pokal des ADAC Weser-Ems, der dieses Jahr leider eine gemeinsame Wertung aller Klassen vorsieht, siegten ebenfalls Behning/Behning vor den in der YO dominierenden Aulbert/Vogel. 

TB

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An alle Teilnehmer: 
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