Saisonabschluss im Norden

 AMC Hoyel am 24.10.2009

 Bericht von Michael Zeuner

Am vergangenen Samstag fand im Meller Raum nach einjähriger Pause wieder die Elsetalrundfahrt des AMC Hoyel statt. Die Fahrt lag wieder in den bewährten Händen des Fahrtleiters Carsten Kröger und seinem Team. Ein paar Worte zur Namensgebung: Else ist hier nicht der Name eines besonderen Clubmitgliedes des AMC Hoyel , sondern ein Fluss. Und dieser Fluss bildet in der Nähe von Melle zusammen mit der Hase eine Bifurkation. Das heißt, die Flüsse gabeln sich und fließen in unterschiedliche Regionen ab. Die Hase fließt in die Ems und die Else letztendlich in die Weser. Eine derartige Laune der Natur ist auf der Welt sehr selten. Somit macht also nicht nur der AMC Hoyel die Region um Melle weltberühmt.

Zur guten Ori möchte ich diesmal nur einige Jukkepunkte ansprechen.

In Aufgabe 2 gab es einen Pfeil, der uns quasi einmal um den Pudding führte und nichts besonderes zu bedeuten schien. Man muß schon sehr genau hinsehen, um festzustellen, dass dieser Pfeil durch einen schwarzen, sehr dünnen Strich unterbrochen war. Hier hatte der Veranstalter sehr fein eine Gitterlinie in der Karte nachgezogen. Ein gut gemachter, vielleicht etwas gemeiner Trick, den meines Wissens kein Teilnehmer erkannt hat. 

Weiter in Aufgabe 2 schickte uns eine Chinese in einen Weg, der nach 100 oder 200 Metern durch ein Durchfahrt-verboten Schild gesperrt war. Wir drehten richtigerweise um und fanden noch ein P. Ähnliches geschah in der letzten Aufgabe. Wieder schickte uns ein Chinesenzeichen in einen Weg, in dem nach einer Kurve ein Sperrschild auftauchte. Etwas weiter stand eine Kontrolle. Chinesen sollten zwar immer bis zum nächsten Abzweig gelten, aber in Fettschrift stand in den Durchführungsbestimmungen, dass die StVO Vorrang hat. Also drehten wir und schrieben das D nicht auf. Komischerweise war das diesmal falsch.

Die vorgegebene Reihenfolge besagte, dass wir erst Aufgabe 7 fahren sollten und dann an die DK. In der Aufgabe 7 befanden sich zwei rote Punkte bzw. Striche auf der Straße, die mit E und DK bezeichnet waren. Gleiche Farbe und Strichstärke: Für uns war sofort klar, dass dies zu fahrende Aufgabenteile waren. Wir haben uns noch geärgert, dass darauf wohl nur wenige  hereinfallen. Im Ziellokal mussten wir allerdings feststellen, dass die zusätzliche Runde nicht gefordert war und wir zwei besetzte Kontrollen zu viel hatten. Warum das Erkennen dieser Striche als Aufgabenteile nicht anerkannt wurde, weiß ich bis heute nicht.

In Aufgabe 9 gab es die Aufgabenstellung Sprung. Einer passte zunächst nicht. Dann fiel mir ein, dass ein Weg mit einem Verbotsschild gesperrt ist. Hier hatte ich Ortskenntnis von früheren Fahrten und somit einen Vorteil. Wege, die aufgrund der StVO gesperrt sind, waren nicht mitzuzählen, und dann passte es. Wir hatten mit dieser Aufgabe kein Problem. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man das so machen kann. Schließlich versuchen alle, so eine Aufgabe trocken zu lösen. Und den gesperrten Weg kann man da ja noch nicht kennen.

In Aufgabe 11 befanden sich drei witzig gemachte Fischgräten (in Fische gezeichnet, mal vom Kopf, mal vom Schwanz anzufahren). Da man auch die Meller Stadtgrenzen berücksichtigen mußte, ergaben sich mehre Möglichkeiten. Die erste Fischgräte ging auch sofort auf. Der zu fahrende Feldweg war im Dunkeln sehr schlecht zu finden. Umso mehr störte es uns, dass wir keine Kontrolle fanden. Zwei Schilder hätten unserer Meinung nach aufgestellt werden müssen, um die korrekte Strecke zu kontrollieren. Wir haben sehr viel Zeit investiert und fanden letztendlich nirgendwo ein Schild. Schade um die halbe Stunde, man hätte besser die ganze Fischgräte übersehen.

Nach der Fahrt war ich nur kurz im Ziellokal. Es reichte nur für einen kurzen Blick auf die Musterbordkarte. Dann ging es für mich sofort weiter zu einer Geburtstagsfeier. Insofern kenne ich natürlich die Argumente von Schiedsgericht und Veranstalter nicht und laufe Gefahr, hier selber schlecht zu argumentieren. Trotzdem wundere ich mich über die Bestrafung für die zusätzlich gefahrenen Aufgabenteile vor der DK, was auch entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisse hat.

Aber hier gilt sicher für uns alle, dass wir den Spruch des Schiedsgerichtes anerkennen müssen. Man kann sich ja noch so ärgern (ja, ja, ich tue es ein wenig), muss aber irgendwann das Ergebnis akzeptieren. Fußballfans kennen das bestimmt auch zur Genüge. Die Zeitlupe zeigt nach dem Spiel, dass es doch Abseits war oder eben doch kein Elfmeter. Sämtliche Sportler müssen  mit den Entscheidungen leben, auch wenn man sie für falsch hält. Man muss sie irgendwann akzeptieren und ich tue es hiermit.

Zurück zur Elsetalrundfahrt. Oben entsteht der Eindruck, dass sie nicht so gut war. Das ist falsch und so nicht von mir gewollt. Die Fahrt war gut. Es gab Unterlagen in hervorragender Qualität. Die Streckenführung war interessant und gut fahrbar. Die Fahrt beinhaltete auch einige interessante Aufgaben. Wir kommen sicherlich im nächsten Jahr mit Vorfreude wieder.

Danke an Carsten und den AMC Hoyel für die Ausarbeitung.

Ich schreibe den (zugegeben subjektiv geschilderten) Bericht auch, um zu gratulieren. Thomas und Kurt Behning haben den Gesamtsieg in Hoyel errungen. Damit sicherten sie sich nach der NordOM auch erstmalig den Titel des Niedersachsenmeisters (etwas mehr Langeweile in der Ehrentafel der Niedersachsenmeisterschaft wäre mir ja auch recht gewesen).  Herzlichen Glückwunsch! Die beiden haben es wirklich verdient. Sie lieferten eine starke Saison mit kontinuierlich guten Leistungen ab.

Das zweite Bramscher Team, Wilfried Böhmann und Werner Schick haben wohl den Vizemeistertitel in der NordOM  und vielleicht auch in der Niedersachsenmeisterschaft errungen (ich habe nicht genau gerechnet). Dazu auch herzlichen Glückwunsch!

Und schließlich noch ein Glückwunsch an Norbert Walter und Peter Tintrup, die wohl wiedermal als Gesamtsieger in der WestOM feststehen. Die Dominanz ist schon fast bedenklich. Kleiner Trost: Die WestOM Läufe im Norden (Artland, Bramsche und Hoyel) waren in diesem Jahr fest in Hand der Norddeutschen.

Ich wünsche allen eine gute Winterpause (in der WestOM sind ja noch 2 Fahrten mit der Entscheidung in der deutschen Meisterschaft des NAVC), viel Spaß und auf Wiedersehen bei den diversen Siegerehrungen. 

Michael Zeuner

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