"2000+9 Tücken" der ARGE Ostsee-Rallye
am
21.03.09

„direkte Pfeile auf Schleswig-Holsteinische Art“

Teilnehmerbericht 

Der zweite Lauf der einzigen bundesweiten Ori-Meisterschaft, der AM des NAVC, wurde von der ARGE Ostseerallye in der Nähe von Oranienburg, nördlich von Berlin veranstaltet. Fahrtleiter Peter Kietzmann präsentierte die gewohnt schwierige Top-Veranstaltung, die dieses Mal Anleihen im Ostsee-Anrainer-Land Schleswig Holstein machte - passt ja auch zum Namen des veranstaltenden Clubs. Wer jetzt eine besonders ausgefeilte Tücke, quasi eine Gourmet-Aufgabe hinter den direkten Pfeilen auf "Schleswig-Holsteinische Art" vermutet, der kann an dieser Stelle erkennen, dass die einfachsten Gerichte manchmal die schmackhaftesten sind. Letztendlich sollten noch nicht gefahrene Pfeile vor dem ersten geforderten Fahren in Gegenrichtung gefahren oder auch gekreuzt werden dürfen. Peter hat dies schön mit einem Beispiel definiert, alle wussten Bescheid, man musste bloß während der Fahrt dran denken. So sollten nach meinem Empfinden echte Gourmet-Aufgaben sein. Einfache Regeln, die dann durch eine Prise weiterer Tücken in der Summe sehr schmackhaft waren. Anderes gefiel mir nicht ganz so gut: die Papierflut, der viele, auch zusätzliche Text, bei dem ein wenig juristisches Verständnis durchaus hilfreich zur Lösung der Tücken war oder die vielen Ortsdurchfahrten. Im Vergleich zum letzten Jahr war die Streckenbeschaffenheit wesentlich besser - das Fahrwerk hat`s gedankt. Gut war auch die Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der ADMV-Grundausschreibung. Was wir allerdings nicht wussten, war, wie die Zusatzbedingung, "Die Lösbarkeit hat Vorrang vor dem kürzesten Weg", zu verstehen sein sollte. In der letzten Aufgabe hagelte es diesbezüglich Strafpunkte. Üblich sei es, dass so lange der kürzeste Weg von Aufgabenteil zu Aufgabenteil gefahren werden muss, bis sich keine Lösung mehr ergibt. Dann zurückdenken, den bislang letzten Aufgabenteil nicht als nächsten anfahren, sondern einen anderen "hübschen" Aufgabenteil, der "gerade zufällig vorbeikommt", wählen und dann ausprobieren, ob dieser nur sympathisch wirkte oder so auch eine Lösung der Aufgabe möglich ist. Naja, man merkt wohl, dass mir dies nicht so gefällt. Im Ziellokal schlug ich noch vor, bei solcher Formulierung doch einfach die schönste Lösung zu prämieren. Das hat auch was. Wenn nicht zu viele Aufgabenteile vorhanden sind, mag dies eine interessante Aufgabe sein. Eine Hommage an die ADMV-Fahrer, die ihren Heimvorteil ausnutzen konnten. 
Insgesamt haben sich die ca. 1100 km (Anreise, Rückreise und ein wenig Oristrecke) für uns gelohnt. Es war eine abwechslungsreiche Veranstaltung mit für uns ungewohnten Aufgaben. Eine Fahrt, bei der über vier - teilweise fast fünf Stunden - volle Konzentration abverlangt wird und bei der es keinen Ausarbeitungsfehler des Veranstalters gab, sodass flüssig gefahren werden konnte - wenn nicht gerade irgendein Schlagloch im Weg lag.

Am besten lösten die 2000+9 Tücken die Vorjahressieger Frank Hauf und Hans-Jürgen Bartel (70 Strafpunkte). Dann folgten vier Teams mit jeweils 110 Strafpunkten. Schnellste von diesen Vieren waren Reiner Freiberger / Michael Lobenhhofer, eine Minute dahinter Werner Schick / Thomas Behning, gefolgt von Jörn Fuhrhop / Lutz Müller und Dirk Hellmuth / Rene Schwedler. Das sind fünf Teams aus fünf Bundesländern. Alle weiteren Ergebnisse sind sicher demnächst im Netz erhältlich.
TB

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