Zweitausend
+ 8 Tücken
der ARGE Ostseerallye e.V.
am 15.03.08
Bericht
von Michael Zeuner
Am vergangenen Samstag,
den 15. März fand wieder die Ori der ARGE Ostsee-Rallye e.V. rund um
Oranienburg statt. Eine Fahrt, an der wir schon sein mehreren Jahren
teilnehmen, zeichnet sie sich doch durch einen hohen Schwierigkeitsgrad
aus. Dabei sind die Tücken
aber durchaus korrekt und nachvollziehbar (wenn auch oft erst durch die
Lösung im Ziellokal). Zudem zählt die Veranstaltung auch in diesem
Jahr wieder zur DAM des NAVCs. Während beispielsweise die Nord OM erst
am 05.04. in die Saison 2008 startet, ist dies bereits der 2. von 6 Läufen
der DAM.
Start war wie in den
Vorjahren wieder das Autohaus Endres im Norden von Oranienburg. Viele
Teams empfanden es sicher als angenehm, dass der Veranstalter hier
bereits belegte Brötchen und Getränke günstig anbot, waren doch
einige sicher erst morgens angereist und somit sehr früh aufgestanden.
Wir selber sind bereits am Freitag nach Berlin angereist und haben am
Abend vorher das dortige Nachtleben etwas aufgemischt.
Bei der Papierabnahme
erhielten wir das „Tückenhandbuch“ mit 2 Übersichtskarten, Durchführungsbestimmungen,
und einigen Erklärungen zu den Aufgabenstellungen. Vorher sollte man
sich aber schon mal intensiv mit der Rahmenausschreibung des ADMV
befasst haben. Dass der Fahrtleiter Peter Kietzmann dies getan hat,
merkte man spätestens im Ziellokal. Er hat sich nicht gescheut, die Tücken,
die dieses Reglement insbesondere für auswärtige Teams enthält, auch
in die Fahrt einzubauen.
Eine Viertelstunde vor
der Startzeit wurden den Teilnehmern das Bordbuch mit den Fahrtaufträgen
ausgehändigt. In der Klasse A (hier die „Fortgeschrittenen“) waren
das 3 Seiten mit 9 Aufgaben. Die Aufgabenteile waren in rot
eingezeichnet. Zu jeder Aufgabe waren zusätzliche Bestimmungen zu
beachten, bei denen man auch sehr genau lesen musste.
Die erste Aufgabe führte
uns durch das Industriegebiet im Norden Oranienburgs. Es waren gleich
mehrere Fehlermöglichkeiten eingebaut. Ein nummerierter Pfeil durfte
gemäß Grundausschreibung nur einmal komplett gefahren werden; die
Fischgräte wurde durch Zusatzbedingungen erschwert; auf die Bundesstraße
durfte nur nach rechts aufgefahren werden, obwohl ein nicht zu fahrendes
Aufgabenteil das Gegenteil zu erlauben schien (wie an gleicher Stelle im
Vorjahr).
In Aufgabe 2 gab es
einen Kartenausschnitt, der sich kaum an einem Maßstab orientierte.
Dies führte zu einer größeren Sucherei und dazu, dass ich mir weitere
Kommentare hier lieber erspare. Aufgabe 3 enthielt dann einen bereits
durch Zusatzerklärungen im Tückenhandbuch angekündigten Strichwurm.
Einen Pfeilwurm hat ja auch schon fast jeder. Erschwerend kam hinzu,
dass die drei überlappenden Striche nur einmal in voller Länge
befahren werden durften. Die Aufgabe war dann mit einigen Extrarunden zu
lösen und nach unserer Meinung sehr gut gelungen.
In Aufgabe 4 galt es
dann mehrere Streckenskizzen zu lösen. In den Streckenskizzen befanden
sich zusätzliche Aufgabenteile, wie z. B. auch Pfeilwürmer. Gemäß
Grundausschreibung haben diese Zusatzaufgaben Vorrang und sind zunächst
auf kürzestem Wege zu verbinden. Erst danach ist die Streckenskizze zu
vervollständigen. Diese Regelung führte dazu, dass oft wegen kurzer
Teilstücke an kleinen Dreiecken noch eine Zusatzrunde einzulegen war.
Hier hat Peter Kietzmann die Grundausschreibung fast kleinlich aber
vollkommen korrekt interpretiert.
Nach der DK konnte ich
den ersten Punkt nicht genau zuordnen. In dem kleinen Maßstab konnte er
m.E. sowohl im Dreieck als auch unterhalb liegen. Dass alle Punkte
dieser Aufgabe aus Norden anzufahren waren, half auch nicht recht
weiter. Eher mit Glück haben wir korrekter Weise die 28 notiert.
In Aufgaben 7 fanden
wir dann das, worauf wir sonst gerne hereinfallen: amerikanisches
Linksabbiegen ist verboten (im Gegensatz zu den Fahrten von Nord- und
WestOM). Wer jedoch den Endpunkt der Voraufgabe nicht aus Norden anfuhr,
hatte mit diesem Problem erst gar nicht zu kämpfen.
Aufgabe 8 in Kurzform:
Umfahrung einer Streckensperrung, nicht zu fahrende Pfeile Nr. 1 und 3
(nur geradzahlig nummerierte Pfeile) und ein fehlendes Stück Straße
beim Übergang der beiden Übersichtskarten.
Die letzte Aufgabe
enthielt nach einem Kartenfehler noch Pfeile, die zunächst gegenläufig
anzufahren waren bzw. gekreuzt werden mussten. Der Zusatztipp in Aufgabe
3, dass Striche auch vor Befahren nicht zu kreuzen sind, hat auch uns
hier verwirrt. Ein Pfeil kann hier gegenläufiges Befahren oder Kreuzen
der Strecke vorschreiben (anders als im Norden). Dann hat der
Veranstalter noch kurz vor dem Ziel an gleicher Stelle wie im Vorjahr
einen Punkt versteckt. Nur war er anders anzufahren und das auch noch
unter Berücksichtigung der Bundesstraße, auf die nur nach rechts
aufgefahren werden durfte. Der letzte Strich führte nicht direkt zum
Ziel sondern knapp daran vorbei. Wer diese Runde fuhr, fand dann noch
einen Selbststempler.
Insgesamt war es wieder
die gewohnt schwere Veranstaltung. Die „Tücken“ ist sicherlich die
vom Fahrtleiter Peter Kietzmann gewollte besondere Herausforderung. Aber
im Nachhinein muß ich auch wieder sagen, dass die Lösungen durchaus
korrekt sind, wenngleich man während der Fahrt oft genug andere
herausarbeitet. Dass wiederum kein Team fehlerfrei durchkam, wird Peter
sicherlich beruhigen.
Ein Wehrmutstropfen ist
nach wie vor die Beschaffenheit der Straßen und Wege. Die Vielzahl und
Intensität der Schlaglöcher wird sicherlich im gesamten Verlauf der
restlichen Saison nicht mehr erreicht. Aber die Gegend nördlich Berlin
lässt es oft nicht anders zu.
Vorbildlich war
wiederum die Lösungsskizze, die jeder Teilnehmer im Ziellokal mit
Abgabe der Bordkarte von Marina Marks ausgehändigt bekam. Auf 6 Seiten
wurden sämtliche Fahrtaufträge erläutert. Die Angabe der Kontrollen
mit einer Musterbordkarte fehlte nicht. So konnte man sich schnell einen
Überblick über die gemachten Fehler verschaffen. Da ich weiß, wie
viel zusätzliche Arbeit für diese Lösungsskizze aufgewendet werden muß,
möchte ich hierfür noch ein Sonderlob vergeben.
Nur zwei mal 10
Strafpunkte konnten auch von uns auf keinen Fall übertroffen werden.
Ein herzlicher Glückwunsch geht an dieser Stelle an die Gesamtsieger
Frank Hauf und Hans-Jürgen Bartel. Die weiteren Ergebnisse sind
sicherlich demnächst irgendwo im Netz verfügbar.
Im Ziellokal fand dann
schon gegen 19 Uhr die Siegerehrung statt. Dies ermöglichte sogar auch
uns, noch vor Mitternacht zuhause zu sein. Geehrt wurden nicht nur
erfolgreiche Teilnehmer, sondern auch Gastwirt Eisbein Otto, der für
seine Bewirtung mit einem Pokal ausgezeichnet wurde.
Ein Dankeschön möchte
ich noch mal an das gesamte Veranstaltungsteam mit seinen Helfern
richten. Wir dürfen nicht vergessen, wie viel freiwillige Arbeit in
eine solche Fahrt für die Teilnehmer gesteckt wird. Und schließlich
hat mir die „Zweitausend + 8 Tücken“ wieder gut gefallen. Und wer
das Wetter am heutigen Sonntag in der norddeutschen Tiefebene kennen
gelernt hat, wird sich vielleicht nicht über die Ausführlichkeit
dieses Berichtes wundern.
Noch
ein Werbebanner zum Schluss: Quer durchs Artland am 24.05.2008
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