Ein
Wochenende – drei Oris
MSC
Dülken, VFM und BMC am 12. und 13.04.08
Bericht
von Michael Zeuner
Am 12. und 13. April
hatte man die Möglichkeit, insgesamt 3 Orientierungsfahrten zu fahren.
Grundsätzlich wollte ich das auch. Mein Stammfahrer Jörg möchte sich
aber in diesem Jahr verstärkt seiner Familie widmen und noch einige
Wochenenden mit seinen Töchtern verleben, bevor der pubertäre
Zickenkrieg erst richtig los geht. Nun, das kann man ja verstehen. Das
Gesuch nach einem Fahrer habe ich dann bei der Fahrt in Rehburg beim
Veranstalter an der richtigen Stelle platziert. Matthias Bleeke erklärte
sich bereit, trotz der für ihn ungewohnt langen Anreise mit mir in Dülken
zu fahren. Und obwohl ihn eigentlich familiäre Termine hinderten, sind
wir zumindest zu der Vormittagsveranstaltung beim Tag der
Orientierungsfahrten in Lehrte auch angetreten.
In Dülken bekamen wir mal gerade ein einziges DIN A4 Blatt als
Fahrtauftrag. Darauf war die farbige Kartenkopie mit den nummerierten
Fahrtaufträgen in diese Karte eingedruckt. Das ganze wirkte nicht sehr
übersichtlich und sollte es wohl auch nicht. Schließlich hatte der
Fahrtleiter einige Aufgaben sehr geschickt versteckt. Und da diese
Aufgaben mit a (z. B. 11a) bezeichnet waren wurden sie von vielen (auch
uns) nicht gesehen. Matthias war auch immer ganz begeistert, wenn ich
ihn mal wieder gegen die bereits gefahrene Richtung geschickt habe. Für
einen NordOM Fahrer ist das eben immer noch sehr ungewohnt. Und das gilt
auch für die ersten beiden besetzten Kontrollen, die wir zwar gefunden
haben, aber nicht gestempelt. Man durfte nämlich nicht auf Bundesstraßen
links aufbiegen oder die A 61 überqueren. Die Fahrt führte uns
ansonsten oft durch Bebauungen und Wohngebieten, hatte aber auch einige
Nettigkeiten zu bieten. Nach dem Essen sind wir jedoch gleich nach Hause
gefahren. Sollte es Unstimmigkeiten gegeben haben, so waren ja noch
genug Teilnehmer da, die dies mit dem Fahrtleiter ausdiskutieren
konnten.
Um 23 Uhr zu Hause, um 7 Uhr wieder los. Startlokal am Sonntag war Mc
Donalds in Lehrte. Es soll ja Berichteschreiber geben, die gerne von
einem Besuch in diesem Lokal berichten. Aber das „etwas andere
Restaurant“ machte erst um 9 Uhr auf und so warteten die meisten
Teilnehmer samt Veranstalter zunächst vor dem Lokal. Wir hofften nur,
dass dies kein Hinweis auf die Qualität der übrigen Organisation des
Tages war.
Bei der Papierabnahme erhielten wir bereits die vollständigen
Fahrtaufgaben. Die Fahrt startete um 10.00 Uhr, war mit 2 ½ Stunden
Zeit entsprechend kurz und führte uns mit einigen Ortsdurchfahrten bis
nach Burgdorf. Interessant war Aufgabe 9. „Fahren sie die fünf
Striche.“ Es waren aber nur vier. Man sollte sich den besten aussuchen
und als fünften doppelt fahren. Ansonsten enthielt die Fahrt kaum
Schwierigkeiten. Die schwierigste Entscheidung war wohl noch, ob es sich
in einem Fall um eine Hofeinfahrt oder einen befestigten Weg handelte.
Matthias mußte dann weg und brachte mich zu meinem Auto zurück. Er
hatte aber noch Zeit für ein Telefonat. Und siehe da, plötzlich hatte
ich auch für die Nachmittagsveranstaltung eine Fahrerin. Anika
Eisentraut war so spontan und hat sich kurzerhand ins Auto gesetzt und
ist nach Burgdorf gefahren. Wer ist schon mal zusammen eine Ori
gefahren, ohne dass man sich kannte? Und dabei haben wir das erst rund
eine Stunde vor dem Start ausgemacht.
Zurück ins Schützenheim in Burgdorf: dort gab es ein drei Gänge Menü
zu Mittag. Für viele war die kurze Pause zwischen den Fahrten stressig,
schließlich gab es wieder frühzeitig die kompletten Fahrtaufträge.
Eine Viertelstunde vor unserer Startzeit war Anika da, was auch voll und
ganz gereicht hat. Gestaunt habe ich dann noch über unser
Einsatzfahrzeug, den Jeep Cherokee. In einem so großen Auto bin ich
wohl auch noch keine Ori gefahren.
Die Ori war noch leichter als am Vormittag. Fehler konnte man fast nur
machen, wenn man durch die leichten Aufgaben ziemlich eingelullt war.
Die größte Schwierigkeit waren einige versteckte Punkte (roter Punkt
auf roter Bundesstraße).
Wie am Vormittag gab es auch wieder zwei Gleichmäßigkeitsprüfungen
(800 m, 96 Sekunden). Bei der ersten waren wir fast zu langsam und
schafften die Zeit nur mit einem Spurt am Ende. Insofern gingen wir die
zweite schneller an. Zu schnell wie ich zu spät bemerkte. Anhalten
durften wir nicht, also sind wir den Rest so langsam wie möglich dahin
gerollt und doch rund 12 Sekunden zu früh im Ziel gewesen. Das war mir
aber ziemlich egal, denn schließlich wird eine Sonderaufgabe nach
NordOM-Reglement nur bei Punktgleichheit und noch nach der
Karenzinanspruchnahme nur für die Tageswertung herangezogen.
Auf alle Fälle hatten wir eine Menge Spaß im Auto. Was kann es doch
entspannend sein, wenn man die Ori so locker fährt und die Rehe in der
Flur interessanter sind als Orientierungsaufgaben.
Der Ergebnisaushang (DIN A 4, ohne Namensnennung) überraschte uns indem
sich der Fahrtleiter über die NordOM-Bestimmungen hinwegsetzte und die
GLP voll mitwertete. Man konnte also fast 20 Strafpunkte pro
Veranstaltung in der GLP sammeln. Zumindest hat er noch bis zur
Siegerehrung gemerkt, dass er uns pro GLP höchstens 9,99 Punkte
anrechnen durfte. Auch die Ermittlung der Mannschaftswertung entsprach
nicht der neuen Methode der NordOM-Ausschreibung. Dieter macht
anerkanntermaßen sehr viel für den Motorsport. Aber warum muß er
immer wieder durch eigene Auslegungen auffallen? Na ja, egal, wir haben
Spaß gehabt.
Bei der Siegerehrung erhielten wir dann aufgrund der eben erwähnten
Korrektur und sonstiger Strafpunktfreiheit einen Pokal für den dritten
Platz. Und dann noch eine Überraschung: Unsere Startnummer wurde
nochmals aufgerufen für den Pokal für die beste Fahrerin. Das hat mich
dann ganz besonders für Anika gefreut und machte den Tag richtig rund.
Nochmals ein Dankeschön an Matthias und Anika!
Einen besonderen Glückwunsch geht an dieser Stelle an die doppelten
Gesamtsieger Wilfried Böhmann und Werner Schick und die Teams Andreas
Belitz/Melanie Rhode und Hartmut und Wilhelm Mester, die allesamt
jeweils 100 NordOM-Punkte in ihren Klassen mit nach Hause nahmen.
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