„18. Elsetalrundfahrt“
des AMC Hoyel am 20.10.2007

- Auf den Spuren der Dinos -

Bericht von Jörg Treuke

Nun einmal der Bericht eines Fahrers. Obwohl ich während der Veranstaltung nicht die gesamten Aufgabenstellungen mitverfolgte, maße ich mir an, auch einige nennenswerte Details aus Sicht der Beifahrerseite wiedergeben zu können.
Am Samstag, den 20.10.2007 veranstaltete der AMC Hoyel seine diesjährige Elsetalrundfahrt und lag mit diesem Termin erstmals seit vielen Jahren am Beginn der Niedersachsen-Herbstferien und nicht mitten drin.
Das Team um Fahrtleiter Carsten Kröger konnte insgesamt 35 Teams im Startlokal „Alt Riemsloh“ im Meller Stadtteil Riemsloh begrüßen. Erfreulich, dass neben den Experten (12 Starter) und Fortgeschrittenen (8 Starter) auch 8 Anfängerteams und insbesondere 7 Yountimer/Oldtimer-Teams der Einladung des AMC folgten.
Bei der Papierabnahme gab es Durchführungsbestimmungen, bestehend aus 10 Punkten für alle Teilnehmer sowie 3 zusätzlichen Fahrtanweisungen nur für die Klassen B/C. Es handelte sich dabei neben den Wiederholungen der Grundausschreibung (Verbot des gegenläufigen Befahrens, Verbot des Kreuzens etc.) weitestgehend um bekannte Anweisungen (z.B. Chinesenzeichen nach Karte bis zum nächsten Abzweig; Zahlen oder Kennzeichnungen immer am Anfang von Aufgabenteilen, Verbindungen immer nach Übersichtskarte u.s.w.).
Neu war, dass die Eisenbahnlinie nur niveaugleich überfahren werden durfte. Fragen kamen kaum auf und die Zusammenstellung ließ auf einen ausgewogenen Schwierigkeitsgrad schließen.
Um 16.25 Uhr fand eine Fahrer-/Beifahrerbesprechung statt, in der Carsten besonders darauf hinwies, dass sich der Start in diesem Jahr oberhalb von Bruchmühlen befände, jeder Teilnehmer für pünktliche Ankunft am Startplatz eigenverantwortlich sei und unbedingt darauf geachtet werden sollte, bei der Startaufstellung rechts zu stehen.
Allgemeine Anmerkung des Berichtschreibers:
Fahrer-/Beifahrerbesprechungen können absolut sinnvoll, mit unter sogar notwendig sein, sollten meines Erachtens zukünftig aber generell schon in den Ausschreibungen vom jeweiligen Veranstalter angekündigt werden.
Vor dem Start galt es dann eine Trockenaufgabe zu lösen, die als Wertung bei Punktgleichheit herangezogen wurde. Die Lösung der Aufgabe orientierte sich an den Durchführungsbestimmungen, schien relativ einfach zu sein, hatte aber die Tücke, dass die virtuellen Kontrollen der Skizze als Kennzeichnungen einzelner Aufgabenteile gesehen werden sollten, die Anfahrt somit zwingend vorgegeben war. Die einzelnen Fehler wurden in Sekunden umgerechnet und der Gesamtlösungszeit der Aufgabe zugeschlagen.
Man erhielt eine farbige DIN A4 Übersichtskarte sowie am Start ein DIN A5 Bordbuch, in dem 15 Aufgaben auf 15 Seiten per Ringbinder mit Folie und Karton zusammengebunden waren. Die Aufgaben waren mit Ausnahme der Symbolzeichen rot in farbige Kartenausschnitte eingedruckt.
Insgesamt die bei dieser Veranstaltung mittlerweile gewohnte hervorragende Qualität an ausgegebenen Unterlagen.
Bei der ersten Durchsicht der Aufgaben nach dem Start war es ratsam, sich schon jetzt zu markieren, dass die Aufgaben 13 und 14 vertauscht im Bordbuch zusammengebunden waren und die DK entsprechend der vorgegebenen Reihenfolge in den Durchführungsbestimmungen erst nach Aufgabe 7 angefahren werden sollte.   

Nun einige Details zu einzelnen Aufgaben:
In Aufgabe 1 überlappte der Anfangspfeil mit dem in der Übersichtskarte eingezeichneten Start. Nun wussten wir auch, warum der Veranstalter bei der Besprechung auf die geordnete Startaufstellung auf der rechten Seite hingewiesen hatte.
Wer die Überlappung übersah, kassierte gleich einmal 30 Strafpunkte, denn es galt zunächst einen kürzeren Weg auf der Übersichtskarte zu sehen. Nach der stummen Wendekontrolle (Weg war nicht befahrbar) musste man einen weiteren Schlenker drehen (Stempelkontrolle), um möglichst wenig gegenläufig zu fahren. Erst dann galt es, die Überlappung auf den in der Karte gut sichtbaren Straßen zu fahren, was mit einer weiteren stummen Kontrolle belohnt wurde.
Etwas unglücklich erschien uns, dass Teilnehmer mit höheren Startnummern schon frühzeitig mitbekamen, dass der Start wahrscheinlich nochmals zu passieren war.
Aufgabe 2 bestand aus einer Fischgräte, bestehend aus drei Einzelteilen. Die zu beachtenden Straßen waren dabei rechts und links an die Veranstalterbezeichnung A M C gezeichnet.
Hier galt es nicht zu übersehen, dass die Nummerierung vertauscht war (M vor A) und die M-Symbole zudem gespiegelt waren (Nummerierung lautete .I). Bei der Lösung der Fischgräte war Punkt 13 der Durchführungsbestimmung (Eisenbahnlinie nur niveaugleich überqueren) zu beachten. Es durfte ein Weg rechts nicht berücksichtigt werden, da er unter einer Eisenbahnlinie hindurchführte. Wer dies nicht beachtete, verhedderte sich bei der Gesamtlänge der Symbolaufgabe unweigerlich und konnte keine erklärbare Lösung finden.
Dem Fahrtleiter wurde später im Ziellokal erörtert, dass es sinnvoll wäre, bei längeren Fischgräten künftig weitere Aufgabenteile oder ein klar zu erkennendes Symbol (z.B. 5er-Kreuzung) zu verwenden bzw. einzubauen, um den Teilnehmern zu ermöglichen, die Fischgräte notfalls an einer anderen Stelle wieder aufzunehmen bzw. von dieser Stelle neu zu lösen.
Wer Carsten kennt, weiß, dass er für derartige Anregungen dankbar ist und, wie ich ihn kenne, künftig auch beachten wird.
In Aufgabe 4 durfte ein versteckter Punkt nicht übersehen werden. Dies kostete 30 Strafpunkte, da ein Pfeilwurm, den man verlassen hatte, an einer anderen Stelle wieder aufzunehmen war. Hier wäre es im Hinblick auf eine gerechtere Bewertung vielleicht sinnvoll und durchaus auch machbar gewesen, den Pfeilwurm an derselben Stelle wieder aufnehmen zu lassen, an der auch die Teilnehmer ohne Punkt herumkreisten.
Kurze Anmerkung:
Auch wenn ich einzelne Dinge kritisch unter die Lupe nehme, heißt dies nicht, dass die Aufgabenstellung an sich fehlerhaft war. Wir konnten keinen einzigen Fehler in der Aufgabenstellung feststellen. Soweit ich weiß, gab es auch später im Ziel diesbezüglich keinen Diskussionsbedarf, welche Veränderungen der Idealbordkarte erforderlich gemacht hätten.
Aufgabe 6 führte uns über einen Parkplatz südlich von Barkhausen. Nun waren wir auf den Spuren der Dinosaurier, denn in unmittelbarer Nähe wurden vor Jahren Fährten dieser Urzeitgenossen entdeckt.
Ähnlich groß wie die Dinos wären nun die auszumessenden Strecken (links oder rechts herum?) von einem noch zu fahrenden Punkt zum Anfang der nächsten Aufgabe gewesen.
Dazu hatten wir absolut keinen Bock, fuhren instinktiv los und beteten nach einer Wendekontrolle. Nach ca. 300 m auf der L83 entdeckten wir eine stumme Kontrolle mit einer roten Ziffer- Rot! Wendekontrolle- unser Gebet war erhört, unsere Laune gerettet.
Die übrigen Aufgaben waren überwiegend flüssig zu fahren, enthielten allerdings allesamt die ein oder andere Tücke.
Volle Konzentration bis zur Zielankunft war daher angesagt.
Kleine Anekdote am Rande:
Die letzte Aufgabe führte uns kurz vor dem Ziel über einen Parkplatz mit zwei Ausfahrten.
Wir konnten anhand des kleinen Harkens nicht entscheiden, welche Ausfahrt vom Veranstalter gewollt ist. Da wir uns allerdings mittlerweile als „Instinktweltmeister“ fühlten (siehe Aufg. 6), ließen wir die besetzte Stempelkontrolle stehen, die uns verdutzt hinterher schaute und wahrscheinlich dachte: „Was für Trottel“! Die Kontrolle wäre selbstverständlich zu stempeln gewesen.
Während unserer nächtlichen Heimfahrt, kam uns kurz der Gedanke, ob wir bei kommenden Veranstaltungen nicht generell die letzte Kontrolle weglassen sollten, solange das Gesamtergebnis dennoch stimmt (siehe auch Bramsche).
Spaß beiseite!
Im Ziellokal gab es das gewohnt gute Essen. Die Aushänge mit eingezeichneter Idealstrecke waren nachvollziehbar, die Auswertungen recht zeitnah. Das Schiedsgericht musste sich nur zweimal kurz zusammensetzen. Dabei ging es allerdings nicht um Diskussionen hinsichtlich der Aufgabenstellung, sondern lediglich um die Bewertungsgerechtigkeit einzelner Fehler.
Es ist natürlich unbefriedigend, wenn einige Teilnehmer genau diejenigen Fehler gemacht haben, die mit 30 Fehlerpunkten bestraft werden, aber in dieser Situation dürfte sich schon jedes Team einmal befunden haben. Meines Erachtens ist die Bewertungsgerechtigkeit im Vergleich zu früheren Zeiten schon um einiges verbessert worden. Ab und zu kommt man auch als Veranstalter nicht auf die kuriosen Ideen einiger Teilnehmer, welche sich dann bei der Auswertung negativ niederschlagen.
Die gesamten Ergebnisse können sicherlich auf der Homepage des AMC Hoyel abgerufen werden.
Die Klassensieger seien kurz erwähnt:
Klasse Y/O: Holger Knoblauch/Heiko Krause (AMSC Rahden)
Klasse A: Günter Bredenförder/Maik Bredenförder (AC Melle)
Klasse B: Simone Rathje/Daniel Böhmann (AC Bramsche)
Klasse C: Jörg Treuke/Michael Zeuner (AC Artland)

Gesamtfazit:
Aus meiner Sicht hat der AMC Hoyel insgesamt eine gelungene Veranstaltung präsentiert, die sich für das Jahr 2008 jeder halbwegs ambitionierte Orifahrer im Terminkalender vormerken sollte.

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