Bericht einer
Ori
veranstaltet vom Club der "Ford-Freunde-Düsseldorf":
Nachdem ich Freitagnachmittag von einer längeren Dienstreise aus Berlin wieder
in Bonn ankam machte ich mich gleich über eine Unsumme an Post her. Neben der
vielen, wie auch unnötigen, Werbung war unter anderem auch ein Brief der
„Ford–Freunde–Düsseldorf“ dabei. Sofort fiel mir ein das ich mich vor
ca. zwei Monaten dort für die Ori angemeldet hatte ohne zu wissen ob ich überhaupt
einen Beifahrer bis dahin hätte. Vor lauter Stress auf der Arbeit habe ich gar
nicht mehr an die Ori gedacht. Als ich mir dann den Brief durchlas traf mich
fast der Schlag: die Ori sollte schon am nächsten Tag stattfinden! Was nun?
Es kam was kommen musste: wenn man
jemanden braucht ist niemand zu erreichen (ich frag mich wofür viele Handys
haben und diese immer aus oder zu Hause haben liegen lassen?)! Am späten Abend
erreichte ich doch noch jemanden und wir verabredeten uns für den nächsten Tag
um 10 Uhr bei Ford Gerstmann in Düsseldorf wo die Papierabnahme und der Start
war. Er wolle auch noch einen Stadtplan von Düsseldorf mitbringen.
Als am nächsten Tag gegen zehn Uhr mein Copilot immer noch nicht da war wurde
ich doch schon ein wenig nervös. Ein kurzer Anruf bei ihm zu Hause bestätigte
mir aber dass er schon unterwegs war. Und nicht nur das, er brachte auch noch
den Stadtplan von Düsseldorf mit: Ausgabe 1971!!!
Nach der Papierabnahme und Begleichung des Nenngeldes machten wir uns über den
Fragebogen her. Es galt 28 Fragen zu beantworten die einen kreuz und quer durch
Düsseldorf scheuchten. Als erstes galt es aber eine Tankstelle anzusteuern und
einen aktuellen Stadtplan zu kaufen! Mittlerweile waren die anderen Teams natürlich
schon auf und davon, aber schließlich galt ja nicht die Schnelligkeit sondern
die sorgfältige Beantwortung der Fragen.
Diese waren manchmal so gestellt, das man schon mal „Quer-Denken“ musste.
Nicht alles was einfach aussah war auch einfach, allerdings waren auch nicht
alle für schwierig gehaltene Fragen dann auch tatsächlich so kompliziert.
Ein Beispiel:
Wie viele Fenster hat das Haus Nummer 7 (es bestand fast nur aus Fenstern!) an
der XXXXXstrasse? Es gab doch tatsächlich welche die alle, aber wirklich auch
alle Fenster gezählt haben! Dabei sagte die Frage doch schon aus das es nur die
Fenster zu zählen galt, die auf der Seite an der XXXXXstrasse sind! Ich will
hier jetzt aber nicht zu viele Tipps und Tricks verraten z.B. dass man sich
lieber die Fragen vorher hätte richtig legen sollen, ich hätte mir einige
Kilometer gespart! Also, selber mitmachen und ausprobieren ist angesagt!
Am frühen Abend trudelten wir dann im Ziel ein. Wie nicht anders zu erwarten,
waren wir natürlich nicht die ersten, die „schnellen“ saßen schon zusammen
und fachsimpelten über die Antworten und jeder meinte natürlich er hätte die
Richtige. Selbst ich zweifelte hinterher schon an der Richtigkeit unserer
Antworten.
Aber was soll es, der Spaß stand bei mir im Vordergrund und natürlich ein paar
andere Gleichgesinnter kennen zu lernen. Die Auswertung zog sich dann auch so
ziemlich lange hin, da wir nicht die letzten waren und nach uns noch ein paar
andere Teams so langsam eintrudelten (und auf ein Team warten wir immer noch).
Daher möchte ich auch noch allen einen kleinen Hinweis mit auf den Weg geben:
meldet euch doch bitte ab wenn ihr aufgebt! Es ist keine Schande wenn man evtl.
mit den Aufgaben überfordert ist. Ein kurzer Anruf oder den nächsten
Streckenposten angefahren (nicht physisch gesehen) und kurz Bescheid gesagt
verhindert das man abends wartet und sich Gedanken macht ob was passiert ist!
Ehrlichkeitshalber muss ich hier aber sagen dass wir auch einige Fragen falsch
und zwei gar nicht beantwortet hatten.
Als dann die Ausrichter endlich in den Saal kamen merkte man gleich die
Anspannung der einzelnen Teams, ich selbst hatte mit einem Platz im letzten
drittel gerechnet. Als dann die Organisatoren die Pokale, Sachpreise und
Ergebnisliste auf den Tisch legten wurde es ruhig. Die Vergabe der einzelnen Plätze
fing natürlich vom letzten an. Als man bei den „Top Ten“ ankam freute ich mich
schon riesig und bei Platz vier zweifelte ich schon dran ob wir denn überhaupt
gewertet und vergessen wurden. Doch dann die Überraschung: der dritte Platz war
unser! Ich konnte es gar nicht glauben und blieb erst mal sitzen. Als mir dann
klar wurde das es tatsächlich unsere Startnummer war holten mein Beifahrer und
ich uns den Pokal und Sachpreis, eine Armbanduhr, bei den Organisatoren ab. Für
die HP des Clubs (www.ford-freunde.de)
wurden noch ein paar Fotos mit den Gewinnern gemacht und dann musste ich mich
aber auch schon verabschieden, da ich noch zum Clubabend der „IG Ford Escort
RS 2000 MK 1+2“ wollte. Konnte ja nicht ahnen das wir mit vorne dabei sein würden,
hätte sonst viel lieber den dritten Platz gefeiert und den Abend so langsam
ausklingen lassen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei allen bedanken die diese Fahrt überhaupt
ermöglicht haben, den Organisatoren, Streckenposten und alle die ich hier nicht
genannt habe (selbst Beamte einer Polizeistation haben als Aufgabe mitgemacht!).
Es hat sehr viel Spaß gemacht und das Wetter spielte, bis auf ein paar Wolkenbrüchen,
auch mit. Man wurde herzlichst aufgenommen, auch wenn man nicht Mitglied im Club
war (und dann auch noch einen Pokal mit nach Hause nimmt, welch eine
Frechheit!). Es gab bei niemandem einen Unfall und alle haben die StvO beachtet!
;-)
Sofern ich Zeit habe werde ich nächstes Jahr wieder mit von der Partie sein und
wer weiß, vielleicht kann ich den dritten Platz noch toppen.
Mit motorsportlichen Grüßen:
+++ Michel v. d. Heuvel +++
Hier noch ein Hinweis : wer sich für Orientierungsfahrten interessiert und
selber mal dabei sein möchte fragt am besten mal seinen Ortsclub oder schaut
unter www.orisport.de nach den Terminen und
Veranstaltern. Es gibt bei fast allen Veranstaltungen Gruppen/Klassen für Anfänger
und Wiedereinsteiger. Dort ist dann die Aufgabenstellung und Streckenführung
einfacher und kürzer.