Rund um Delmenhorst und Ganderkesee"
des OC Delmenhorst

am 26.08.20
06

- Abwechslungsreiche, nicht ganz fehlerfreie Veranstaltung -

Teilnehmerbericht

Endlich konnte der OC Delmenhorst wieder über 20 Teilnehmer bei einer Orientierungsfahrt begrüßen. Fahrtleiter Rolf Maarfeld konzipierte eine Ori, die mit Pfeil-, Punkt- und Strichskizzen sowie Chinesen, Sprung und Fischgräten durchaus abwechslungsreich war. Eine übersichtliche Durchführungsbestimmung, die farbige Übersichtskarte 1:25:000 und die farbigen Kartenausschnitte, nicht zu vergessen auch die farbige Lösung, die es direkt am Ziel gab, wurden mit viel Mühe erstellt und sollten im Bereich der Norddeutschen Orientierungsmeisterschaft durchaus als Standart für alle Veranstalter gesehen werden. 
Es sollte nicht gegenläufig gefahren und nicht gekreuzt werden, nur befestigte Wirtschaftswege durften genutzt werden. Gefahren wurde in und zwischen den Aufgaben nach Kartenausschnitt, wobei dies genauer hätte formuliert werden müssen. Nur die Wege, die nicht in der Karte vorhanden waren, sollten nach dem Befahren in der Karte vorhanden sein. Zu letzterem Punkt muss man anmerken, dass dann z. B. Aufgabe 3 nicht lösbar war, da dort über einen schon gefahrenen, aber in der Karte als unbefestigter Weg vorhandenen, Streckenabschnitt gefahren werden musste. Weil es keine andere Lösung gab und auch noch eine Kontrolle im Weg stand, war uns für den Rest der Fahrt klar, dass wohl alle einmal gefahrenen Wege nach dem Befahren vorhanden sein sollten. Am Start begann die Sonderaufgabe. Es sollte innerhalb von 30 sec. die Fahrtzeit für 230 m im 25er Schnitt berechnet werden. Am Ende der 230 m wurde gemessen, ob 31 sec Fahrtzeit eingehalten wurden. Weiter ging es dann über Steinkimmen, Kirchkimmen bis nach Hurrel. Dort wurde es schon etwas komplexer, hier konnten Fehler gemacht werden. Seit letztem Jahr ist ja bekannt, dass der OC Delmenhorst besonders gut extrem kleine Punkte und Striche produzieren kann, trotzdem wurde die WK 11 von einigen nicht genommen, da sie den zugehörigen Kleinst-Punkt übersahen. Eine schöne Fischgräte nach Natur in zwei Wegdreiecken ergänzte die bisherigen zwei Aufgaben in Hurrel. 

In Aufgabe 10 sollte ein Dreieck über einen Feldweg angefahren werden (siehe Ausschnitt rechts). Eigentlich fährt man so lange wie möglich auf dem Fahrweg, bzw. fährt so in den Feldweg, dass man von der anbindenden Seite beginnt. Also zunächst links ab und dann von oben in den Feldweg. Bei dieser Art der Aufgabenstellung muss man jedoch das letzte Stück Feldweg trotzdem fahren, ohne von einem anderen Aufgabenteil darüber geführt zu werden. Die Fahrt wäre hier zu Ende. Interpretiert man nun anders, dass zunächst der Feldweg gefahren werden muss weil es kürzer ist und er ohnehin gefahren wird, bestätigt einen die zur Aufgabe gehörende OK. 

Ähnliches erlebten wir z. B. in Artland 2006, wo eine Bundesstraße in Gegenrichtung gefahren werden musste. Man stand auf einem Parkplatz und etwas weiter nördlich begann ein Pfeil. Hier konnte bemängelt werden, dass ein Stück Straße nicht durch den Pfeil freigegeben wurde und die Fahrt auf dem Parkplatz beendet war. Da man aber auch nicht auf andere Art und Weise den Pfeil erreichen konnte, musste der Pfeil über das nicht freigegebene Stück zwingend gegenläufig angefahren werden.
Besser wäre es für die Delmenhorster Fahrt gewesen, den Strich nicht auf dem Feldweg enden zu lassen, sondern bis an den Fahrweg zu ziehen.
Nr. 10 beinhaltete noch einen weiteren Knackpunkt. In Drengort sollte ein Dreieck gefahren werden. Ein Strich führte in das Dreieck hinein und wurde durch ein Durchfahrtverbotenschild unterbrochen. Das heißt nach Grundausschreibung: Die Aufgabe von dort aus neu aufbauen und das Dreieck später aus der anderen Richtung fahren. Das Problem bestand nun darin, dass ein Strich ja schon begonnen wurde. Darf man aus dem angefangenen Strich herausfahren und diesen dann später noch mal fahren? Letztendlich ging es bei allen Lösungsansätzen nicht anders, denn das Sperrschild war ja vorher nicht bekannt. Der Veranstalter wollte einfach am Schild drehen, den Strich gegenläufig zurück in das Dreieck hinein und dann den vollständigen Strich fahren. Neutralisation war die Folge. In Nr. 11 war ein Punkt versteckt, der leider auch nicht zu fahren war, da ein anderer näher lag und damit ersterer nicht mehr lt. Kartenausschnitt zu erreichen war. In Nr. 14 im Industriegebiet bei Ganderkesee machen wir uns keine Gedanken mehr über den Streckenverlauf bei der OK 38. Jedes Jahr, wenn es hier hingeht, wird gerade gezeichnet, obwohl doch einige Winkel um die Industriegebäude zu fahren sind. Nr. 16 beinhaltete einen Veranstalterfehler, der zwar nicht auf der Idealbordkarte, doch zumindest in der Auswertung Berücksichtigung fand. Ein Punkt lag näher und führte zu einer völlig anderen Fahrtstrecke.
Es gab also einiges an Hürden während der Fahrt zu meistern. Flexibilität und Einfühlungsvermögen war gefragt. Die Lage der Kontrollen war stets ein hilfreicher Hinweis auf die "gewünschte" Fahrtstrecke. Eine besser kontrollierte Aufgabenstellung wäre sicher von Vorteil gewesen. Bleibt zu hoffen, dass der Aufwärtstrend in den delmenhorster Starterzahlen trotz der Ungereimtheiten in der Fahrt erhalten bleibt.
Sieger der Fahrt wurden Treuke/Zeuner vor Behning/Behning und Bleeke/Bleeke jeweils mit 0 Strafpunkten. Behning/Behning bauten ihre Führung in der NordOM dadurch weiter aus, indem sie ihren Veranstalterschnitt auf die Idealpunktzahl heben konnten. Die Klasse B konnten Rabe/Rabe vor Rathje/Böhmann für sich entscheiden. Rabe/Rabe sind damit weiter Führende in der B-Wertung der Niedersachsenmeisterschaft und beste B-Fahrer der Nord-OM. In der Klasse A, deren Aufgabenstellung wohl sehr einfach geraten war, siegten Röske/Gronwald. Die YO schlossen alle Teams fehlerlos ab. Aulbert/Vogel waren die Besten in der GLP und sicherten sich den Klassensieg. Die Klasse S gewannen Rummel/Lindenbaum. Mannschaftssieger wurde der AC Bramsche, der sich in der Norddeutschen Orientierungsmeisterschaft dadurch nun endgültig den Mannschaftssieg vor dem OC Delmenhorst sicherte. Die nächste Fahrt der NordOM und der Niedersachsenmeisterschaft veranstaltet der AC Bramsche am 07.10.06.

TB

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