30. Pokalfahrt der Reiterstadt Verden"
am 04.09.04

- Orientierung im Retro-Design -

Teilnehmerbericht

Zur Jubiläumsfahrt des AC Verden, Lauf zur Nord OM, zur Niedersachsenmeisterschaft und zur MStH, konnte Fahrtleiter Christian Rettig 21 Teams begrüßen. Die Papier- und die Technische Abnahme verliefen professionell. Es gab vier DIN A4-Kartenkopien als Übersichtskarte im Maßstab 1:50.000. Da wurde wie früher geschnippelt und geklebt, damit die Karten ein Gesamtbild ergaben. Neben diesen Bastelarbeiten bestand die Kunst der optimalen Vorbereitung darin, insgesamt 17 Kreuze, die DK und Start sowie Ziel vom Aushang bei schlechten Lichtverhältnissen in die Karte zu übertragen, wobei manche Ecke im 50.000er Maßstab kaum zu erkennen war und die Kartenkopie in schwarzweiß nicht gerade durch besondere Qualität glänzte. Warum wird dies bei den heutigen technischen Möglichleiten den Teilnehmern immer noch zugemutet? 
Wer all diese Hürden überstanden hatte, konnte sich am Start mit einem vierseitigen, schwarzweißen Bordbuch nebst Zusatzerläuterungen ausgestattet auf die Strecke begeben.
Bei der Verdener Fahrt steuert man bekanntermaßen von einem Ort zum anderen, um dort im 50er Bereich und häufig auch in 30er Zonen entsprechende Aufgaben zu lösen - man darf also keine Zeit vertrödeln. Aufgabe 1 führte von Dauelsen nach Kirchlinteln, wo eine Schachbrett-Chinese mit 16 Zeichen zu lösen war. Schade, dass man quasi darauf gestoßen wurde, dass im Schachbrett 3 und 2 vertauscht waren. Erkannte man dies nicht, ging die Chinese nicht auf. Aufgabe 3 überraschte durch wirkliches Retro-Design: Hier musste eine Pfeilskizze auf Folie abgezeichnet werden. Alte Hasen kramten sogar das seit mindestens 15 Jahren in der Versenkung ihres Ori-Koffers schlummernde Babyöl hervor und machten damit die Skizze transparent. Wer da keine Klarsichthülle hat, schmiert das ganze Auto mit dem öligen Zeug voll.
Man erkennt schon jetzt, dass es im Ziel nicht an Gesprächsstoff mangelte. 
In Aufgabe vier war eine Windrose in Jeddingen zu fahren. Durch das Erläuterungsblatt war diese Aufgabe klar zu lösen. Erprobenswert fanden wir die Überlegung, ob die nummerierten Striche der Windrose, wie in den Durchführungsbestimmungen für Aufgabenteile (Pfeile, Striche) angegeben, nicht noch einmal gefahren werden durften, also an der selben Ecke nicht noch einmal in die gleiche Richtung abgebogen werden sollte. Da man aber bei dieser Lösung nur eine, anstatt drei Kontrollen bekam, fuhren wir in Aufgabe 5 wieder über die Windrose, was sich später als richtig herausstellte. Außerdem gab es in dieser Aufgabe zwei nahezu gleich lange Strecken zum zweiten Aufgabenteil. Hier war - Rallyecounter sei Dank - Abfahren angesagt. Horst-Dieter, der als Kontrollposten in dieser Aufgabe fungierte, durfte nicht genommen werden, da man nach Übersichtskarte fuhr und das Dreieck, in dem er stand, nur im Kartenausschnitt vorhanden war - abgelenkt durch das viele Ausprobieren und Abfahren, Abwägen und Interpretieren sind wir doch glatt auf diesen schönen Trick hereingefallen. 
In Aufgabe 6 gab es Nummernsalat. Auch diese im Erläuterungsblatt definierte Aufgabe war im Prinzip eine Chinese mit 14 Zeichen. Probleme bereitete eine 92. Die hing entweder im falschen Weg oder war eine A-Kontrolle. Die Chinese leitete einen jedenfalls über einen Bauernhof mit freilaufenden Hühnern, auf dem man insgeheim damit rechnete, den Hofeigentümer mit Mistgabel auf einen zulaufen zu sehen. Also war diese Lösung wohl nicht die vom Veranstalter erwartete. Davon abgesehen fehlte zum Schluss noch ein Rechtsabzweig. Man beriet sich mit den Kollegen auf der Strecke und schrieb die 92 zweimal auf oder blieb konsequent und ließ sie weg. Der Veranstalter wertete beide Möglichkeiten als richtig.
Aufgabe 7 war eine schöne Strichskizze, hier durften die nummerierten Aufgabenteile nicht noch einmal in voller Länge gefahren werden. 
Wieder Retro-Design in Aufabe 8: Suche schwarze Striche auf schwarzweißer, leicht unscharfer Kartenkopie, entscheide darüber, ob du den tatsächlich kürzeren Weg zum Aufgabenteil mit der OK 68 fährst, was dich letztendlich sogar dazu zwingt, zunächst am Ziel vorbei zu fahren, um dann den etwas weiter entfernten Pfeil mit der OK 7 zu holen, oder entscheide darüber, ob du den objektiv längeren Weg über OK 7 fährst, der als gedachte Veranstalterlösung wahrscheinlicher ist, zumal die 67 vor dem Ziel sonst gar nicht genommen werden würde. So könnte man den Fahrtauftrag für Aufgabe 8 formulieren. Selbstverständlich waren diese Dinge aufgrund der langen Fahrtstrecke und der trotz der eingebauten neutralen Strecken insgesamt zeitraubenden Aufgabenstellung und trotz der halben Stunde zusätzlicher Fahrtzeit unter Zeitdruck zu lösen. Dabei übersahen viele einen der versteckten Striche.
In der Klasse A siegten die weit gereisten Sadhoff/Pohlmann vor Rabe/Rabe und Nau/Kern. Die Klasse B gewannen die Steinfurter Lindenbaum/Lindenbaum vor Westphal/Kröger und Eickemeier/Bode. In der Klasse C zeigten Seewald/Seewald mit 0 Fehlern eine blitzsaubere Leistung. Sie verwiesen die punktgleichen Treuke/Zeuner und Behning/Behning auf die Plätze. In der Oldtimerklasse gewannen Borchel/Freers. Die stärkste Beteiligung zeigte der OC Delmenhorst, der auch Mannschaftssieger wurde.

TB

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