Ori 75 des OC Königstein im ADAC 
am 11.09.2004

Bericht von Michael Zeuner

Es hat sich mittlerweile als schöne Sitte herausgestellt, dass man im Internet Berichte von diversen Orientierungsfahrten  nachlesen kann. Einmal möchte auch ich mich als Verfasser betätigen.

Gestern führte uns unser Weg nach Neu-Anspach zum West-OM Lauf des ADAC Ortsclub Königstein.
Am Start waren leider nur 10 Teams. Das kratzt dann schon etwas am Selbstverständnis: 3 ½ Stunden Anfahrt und dann fast weniger Teilnehmer als Prädikate, schade.
Der Weg zum Bürgerhaus und dem Startlokal war mir noch bekannt. Aber dann die erste Überraschung: Pfeile schickten uns vom Parkplatz nicht zum bewährten Lokal, sondern zu einer kleinen Kneipe nebenan. Eng ist ja gemütlich. Beim Bestellen des Kaffees blickte ich in eher verständnislose Augen des Wirtes, aber die Getränke wurden ja doch noch kommentarlos serviert. Da war sie wohl wieder: die Servicewüste Deutschland.
Es kam noch besser. Plötzlich ließ der Wirt lautstark seinen Unmut über den Fahrtleiter aus. Im Nebenlokal angeblich nicht angemeldet und jetzt musste unser Wirt auch noch wegen uns Überstunden machen! Das Gezeter ging so noch weiter und wir Teilnehmer und auch normale Gäste (komisch, es sollte doch schon längst zu sein) schauten sich erstaunt an. Der Eindruck, dass der Wirt sich bereits am eigenem Sortiment bedient hat, konnte nicht voll widerlegt werden.
Fahrtleiter Klaus Reuter verlor dabei nie die Souveränität. Vor dem Lokal standen einige Bänke und das Wetter war gut. Wir konnten problemlos die Fahrerbesprechung abhalten und den Start (Ausgabe der Fahrtunterlagen) durchführen. Uns Teilnehmer hat das Ganze nicht sonderlich gestört. Im Gegenteil: Dem Spaßfaktor gewähren wir die Note 1.
Eine Minute vorm Start bekam der Fahrtleiter noch per Handy den Hinweis auf eine Baustelle deren Umfahrung durch die Veranstalter für uns ausgepfeilt wurde. Wenngleich an etwas anderer Stelle angekündigt, ergab sich hieraus wohl kaum ein Problem für die Teilnehmer.
Die Fahrtunterlagen bestanden aus  6 Seiten schwarz-weißen Kartenabdrucken mit rot eingezeichneten Aufgabenstellungen und waren durchaus in Ordnung. Die Durchführungsbestimmungen waren verständlich und wurden in der Fahrerbesprechung noch mal durchgegangen.
In Aufgabe 1, einer Chinesenrallye, gleich ein Problem. Ein Chinesenzeichen besagte: Kreisverkehr links, wobei dieser Kreisverkehr im Gegensatz zu allen anderen komplett rund gezeichnet war. Wir sollten zunächst eine Runde drehen und erst dann aus dem Kreisverkehr fahren, somit also die Kontrolle doppelt notieren. Dies führte zu berechtigten Diskussionen. Eher intuitiv als überzeugt haben wir uns hier keinen Fehler eingehandelt.
Die Fahrt war insgesamt recht flüssig zu fahren; Ortsdurchfahrten wurden auf ein erforderliches Minimum beschränkt. Der Schwierigkeitsgrad war nicht sehr hoch, man konnte aber schon mal Fehler machen. Insbesondere mussten wir darauf achten, Aufgabenteile nicht doppelt zu fahren. Zwei Strich-Punkt-Strich-Skizzen ließen mich zunächst zusammenzucken. Hier gibt es ja keine allgemeinverbindliche Definition sondern an die tausend Auslegungen. Daher bin ich kein Freund solcher Aufgaben, insbesondere wenn sie nicht ausführlich erklärt werden. Die Ausführungen in der Fahrerbesprechung ließen gestern aber eine einwandfreie Lösung zu.
In Aufgabe 12 war dann ein Punkt entgegen unserer Fahrweise kürzer zu erreichen. Ein eindeutiger Fehler meinerseits, der mit 20 Punkten bestraft wurde. Nun ja, ein anderes mal macht vielleicht die Konkurrenz den teuren Fehler. Ein bisschen Glück gehört immer dazu und übers Jahr gleicht sich das wohl aus.
Am Ende ergab sich noch mal das Problem, ob man über einen gestrichelten Weg oder noch mal über zwei Aufgabenteile fahren soll, was ja beides nicht erlaubt war.  Der Veranstalter hat hier sofort reagiert und beide Lösungen zugelassen.
Im Ziellokal gab es ein leckeres Steak und keinen Rausschmiss. Die Auswertung erfolgte sehr zügig. Alle Teilnehmer wurden mit einem Sekt - Piccolo belohnt. Mein Glückwunsch für den Sieg geht an Frank Krämer / Andreas Stüker mit 10 Strafpunkten. Treuke / Zeuner teilten sich mit den haushoch führenden Tintrup / Walter den 2. West-OM Platz, wobei in der Tageswertung der erste Fehler den Ausschlag zu unseren Gunsten gab. Maresch / Witte belegten Platz 4.

Michael Zeuner

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